2013-05-23

Balkendiagramme einige allgemeine Hinweise

Im Rahmen der Blogparade von SAS zum Thema Datenvisualisierung gibt Bertram Schäfer (CEO der Firma Statcon) Hinweise zur Verwendung und Anpassung von Balkendiagrammen.


Does und Dont’s

Ein Balken stellt faktische eine Verbindung zwischen einem Wert auf der Y-Achse und dem Null-Punkt auf der Y-Achse dar. Es gibt zahlreiche Beispiele in denen der Null-Punkt nicht abgebildet wird, bzw. keinen inhaltlichen Sinn hat. Dann sollte man auf die Anwendung von Balkendiagrammen verzichten. Stattdessen wären Punkt- oder Liniendiagramme das geeignetere Werkzeug.

Schönste Beispiel dazu gibt es unter anderem im Bildblog.

3D und 2D

Gerade in den Medien werden immer wieder 3D-Balkendiagramme verwendet. Was auf den ersten Blick „hübscher“ aussehen mag, verbirgt auf den zweiten Blick wichtige Information.

3D-Balkendiagramm (Excel)
Wie hoch sind in diesem Balkendiagramm wohl die einzelnen Balken? Wenn es um die Vermittlung von Wissen geht eignet sich die folgende Variante wesentlich besser.

Balkendiagramm (JMP 10)

Grundsätzlich sind die Höhenunterschiede der Balken in der pseudo-dreidimensionalen Darstellung am Bildschirm oder auf Papier mit wenigen Ausnahmen, schwerer für das menschliche Auge zu erfassen als in der zweidimensionalen Darstellung.
Große Balkendiagramme
In praktischen Anwendungen begegnet man oft vielen Kategorien und somit vielen Balken.  Verschaffen wir uns einen Überblick über die letzten Bahnfahrten eines meiner Mitarbeiter.

2D-Balkendiagramm (ggplot2/R)
Was fällt auf?
  • Ganz besonders wenn die Anzahl der Balken groß wird, sollte es dem Leser so einfach wie möglich gemacht werden die Information der Grafik zu erfassen.
  • Die Beschriftung der Balken sollte lesbar sein, ohne dass man den Kopf drehen muss.
  • Die Anzahl der Markierungen auf der Y-Achse sollte so gewählt sein, dass sie ein Ablesen von Datenwerten unterstützt. D.h. Sie sollten nicht zu viele und nicht zu wenige „Tick-Marks“ verwenden. Faustregel: Nicht weniger als 3 nicht mehr als 10.
  • Die Erscheinung des Diagramms hängt stark Höhen-Breiten-Verhältnis der Grafik ab. Wählen Sie wenn möglich ein Verhältnis von etwa 1.6181:1 („goldener Schnitt“) oder 1.85:1 bzw. 2.5:1 für Diagramme mit vielen Balken (oft: jährliche/monatliche Daten über einen langen Zeitraum).
Oft hilft es einem Balkendiagramm, wenn man es im Winkel von 90° rotiert. Gerade längliche Beschriftungen sind dann oft besser lesbar, als in der „natürlichen“, horizontalen Ausrichtung.

Vertikal orientiertes 2D-Balkendiagramm (ggplot2/R)

Kommentare:

  1. Ja, das kann ich nur unterschreiben. Vor allem die Verwendung von 3D-Balken ist wirklich irreführend. Ergänzen möchte ich noch, dass es nicht zu empfehlen ist, Balken als Darstellungsform von Mittelwerten zu verwenden. Das wird häufig gemacht, mit zusätzlicher Angabe von Fehlerbalken. Für diese Darstellung eignen sich allerdings Punkte mit Fehlerbalken (z.B. Konfidenzintervall, siehe http://www.statistik-und-beratung.de/2012/10/darstellung-von-streuung-in-abbildungen/) viel besser. Oder man verwendet Boxplots, siehe http://www.statistik-und-beratung.de/2013/02/der-boxplot/

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  2. Ein spezieller Beitrag für Mittelwertbalkendiagramme ist in Vorbereitung und wird hoffentlich noch im laufe dieser Woche erscheinen.Dabei werde ich mich intensiv mit verschiedenen Arten von Fehlerbalken auseinandersetzen.

    Inhaltlich stimme ich Ihnen vollständig zu!

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