2014-02-07

Der Geschmack des Mittelwerts

Wer gerne Max und Caroline in 2 Broke Girls bei ihrem endlosen Bestreben ein Cupcake-Imperium aufzubauen verfolgt, der kommt nicht umhin selber mal den Versuch zu wagen. Leider ist die Menge an verfügbaren Rezepten recht umfangreich (Chefkoch.de liefert 385 Rezepte), so dass es wohl zumindest den einen oder anderen Entscheidungsbaum(-kuchen) bräuchte um das beste Rezept zu finden. Wer sich zwischen Rafaello-Cupcake, Schwarzwälder-Kirsch oder gar dem Schockoladenmuffin mit Marshmellowhut wählen muss hat auf jeden Fall gravierende Erste-Welt-Probleme.


Deshalb stecke ich mir erst mal kleinere Ziele: Ich will ein gutes Basis-Rezept finden, auf dessen Grundlage ich meine eigenen geschmacklichen $\sigma$^2en entwickeln kann. In guter Statistikermanier gehe ich also folgendermaßen vor: 

Ad Primum Sammel die besten Cupcake-Rezepte.

Ad Secundum Erforsche was diese Rezepte gemeinsam haben.

Postremo Erstelle ein Rezept auf Basis der bis dahin gemachten Erfahrungen und backe es nach!

d Primum








  Zucker Butter Eier Backpulver Salz Mehl Milch Temperatur Zeit
Schwarzwaelder-Kirsch 150 125 2.0 1.00 1 175 0.0 180 20
Schokomuffin 200 125 2.3 1.80 0 194 194.0 190 20
Nutella Cupcake 280 80 2.0 3.00 2 200 240.0 180 15-20
Kruemelmonster 200 125 3.0 3.50 0 300 125.0 180 20-25
Schoko-Kuesst-Himbeer 150 120 2.0 1.50 0 100 150.0 180 20
Cupcale Schafe mit Marshmellow Frosting 120 120 3.0 3.00 0 200 0.0 180-200 20-25
Schoko Cupcakes 188 125 2.5 0.99 1 125 163.0 175 25
Cupcakes 125 125 2.0 2.00 1 200 0.2 180 20-25
Raffaelo Cupcakes 150 75 1.5 1.95 1 188 150.0 175 20
Zitronen Cupcake 90 120 2.0 2.00 1 190 110.0 175 20


Die besten zehn Gebote ... äh ... Rezepte von Chefkoch.de sind schnell gesammelt! Natürlich sind diese Rezepte schon ein wenig bereinigt: Spezielle Zutaten für den besondere Geschmack (Erdbeere, Nutella, ...) wurden entfernt.

Im nächsten Schritt werden noch die Einheiten (gr, Stück, TL, Prisen, ml) auf eine gemeinsame Einheit Gramm umgerechnet. Für den nächsten Schritt kann man also auf folgende Daten zugreifen.

  Zucker Butter Eier Backpulver Salz Mehl Milch
Schwarzwaelder-Kirsch 0.27 0.23 0.18 0.01 0 0.32 0.00
Schokomuffin 0.24 0.15 0.14 0.01 0 0.23 0.23
Nutella Cupcake 0.31 0.09 0.11 0.01 0 0.22 0.26
Kruemelmonster 0.22 0.14 0.16 0.01 0 0.33 0.14
Schoko-Kuesst-Himbeer 0.24 0.19 0.16 0.01 0 0.16 0.24
Cupcake Schafe mit Marshmellow Frosting 0.20 0.20 0.25 0.02 0 0.33 0.00
Schoko Cupcakes 0.26 0.17 0.17 0.00 0 0.17 0.22
Cupcakes 0.22 0.22 0.18 0.01 0 0.36 0.00
Raffaelo Cupcakes 0.23 0.12 0.12 0.01 0 0.29 0.23
Zitronen Cupcake 0.15 0.19 0.16 0.01 0 0.31 0.18
Jede Zeile enthält die prozentualen Anteile der Zutaten im jeweiligen Rezept.

 ecundum: Grafische Datenauswertung
Boxplots der prozentualen Anteile der Zutaten
Salz und Backpulver scheinen mir ein schönes Beispiel für die Verwendung des Variationskoeffizienten als alternatives Maß für die Streuung, gegenüber der Varianz. Aber wie kommt man jetzt auf ein Rezept? Ich nehme einfach den mittleren prozentualen Anteil jeder Zutat und normiere das Ergebnis auf 100%.


ostremo: Das endgültige Rezept







Hochgerechnet auf 200 Gramm Teig braucht man:
  • 47 Gramm Zucker
  • 34 Gramm Butter
  • 33 Gramm Ei (~1 kleines Ei)
  • 2 Gramm Backpulver (~ 0.5 TL)
  • 54 Gramm Mehl
  • 30 ml Milch
Und das Resultat:

Viel Spass beim nachbacken!

Kommentare:

  1. Hi Sebastian,
    und wie schmeckt der Kuchen nun?
    Du weißt ich stehe nicht so auf den Mittelwert ;-)
    Gruß, von einem Deiner Kollegen!

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  2. Naja der Geschmack ist, wie zu erwarten mittelmäßig. :-) Aber ich habe gerade das zweite Experiment gestartet und bin zuversichtlich, dass das schon besser ist.

    Ich habe gleich mal die Menge verdoppelt und an der Zubereitung gefeilt!

    P.S.: 350 gr Teig sind gerade passend für 6 Förmchen mit 5mm Bodendurchmesser.

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